Sitemap
Kontakt
Impressum
Start
Ergotherapie
neurofeedback
Behandlunsziele
Unsere Praxis
Behandlung von ...
Privatleistungen
Praxisteam
Privatleistungen
Praxisteam
So finden Sie uns
Sensorische Integration
Bobath-Konzept
AD / HS
links_content navi_bg

WAS IST AD/HS?

Die kindliche hyperkinetische Störung hat in den letzten Jahren eine Neubewertung erfahren. Sie ist geprägt von drei Leitsymptomen:

  • Hyperaktivität
  • Impulsivität und
  • Unaufmerksamkeit

Es gibt mehrere Bezeichnungen für die Störung: Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, Hyperkinetische Störung und Aufmerksamkeitsdefiziet-/Hyperaktivitätsstörung. Es gibt Kinder, die fallen durch ihr allgemein hohes Erregungsniveau und situationsunangemesenem Bewegungsdrang schnell auf und sorgen für soziale Reibungspunkte. Es gibt auch Kinder, deren Problem weniger die Hyperaktivität ist, sondern ihre Unaufmerksamkeit. Sie zeigen zu wenig Antrieb und eine verschwimmende und sehr stark motivationsbedingte Aufmerksamkeit. Eine hohe Ablenkbarkeit und mangelnde Impulssteuerung sind weitere Merkmale. Die Bandbreite der möglichen Symptome reicht darüber hinaus von sozialen Problematiken bis hin zu Gedächntis- und Merkfähigkeitsstörugnen und Problemen in der Handlungsplanung und -ausführung. Häufig zu beobachtende Beeinträchtigungen stellen auch fein- und grobmotorische Ungeschicklichkeiten, Dysfunktionen der Sensorischen Integration,Teilleistungsstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie dar. Für die Diagnose müssen die Symptome mindestens sechs Monate lang sehr stark aufgetreten sein und für die Familie und das Kind, sowie andere Lebensbereiche eine deutliche Beeinträchtigung bedeuten.
Nicht immer sind die genannten Probleme ein Zeichen für AD/HS, daher muss der Arzt auch andere kinder- und jugendpsychiatrischen Störungen betrachten, z.B.:
  • Störungen des Sozialverhaltens (mit und ohne oppositionelle Verhaltensstörungen)
  • affektive, vor allem depressive Störungen
  • Angststörungen
  • Tic- Störungen oder Tourette-Syndrom


WOHER KOMMT AD/HS

Ursächlich werden aktuell insbesondere genetische Dispositionen, Stoffwechselvorgänge (vor allem die Rolle des Neurotransmitters Dopamin) und neuroanatomische Veränderungen im Gehirn vermutet. Ungünstige Bedigungen in Familie und Schule unterstützen die Entwicklung problematischen Verhaltens.


WAS TUN BEI AD/HS

Eine Diagnose kann von einem Arzt gestellt werden. Die Einschätzung der Eltern und Lehrer bzw. Erzieher und weiterer Personen, die mit dem Kind zu tun haben, sollte mit einbezogen werden.
Die Behandlung des AD/HS sollte auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Die Auswahl der Behandlungsmethoden ist vom Schweregrad und der Art der Probleme, vom Entwicklungsstand, der intellektuellen Leistungsfähigkeit und den Begleitsymptomen abhängig. Ebenso bedingen die Möglichkeiten und Grenzen der Familie die Schwerpunkte der Behandlung.
Therapeutisch allgemein anerkannt und durch verschiedene Studien in ihrer Wirksamkeit belegt, sind vor allem familientherapeutische Maßnahmen, kindzentrierte verhaltentherapeutische Interventionen, Information und Beratung der Eltern und der beteiligten Institutionen, sowie in Ergänzung u.U. die medikamentöse Therapie. Auch die Ergotherapie wird als erfolgreiches Therapiekonzept für die Behandlung von Kindern mit AD/HS eingesetz.
Ziel der Behandlungsstrategie ist es, das Selbstmanagment des Kindes zu stützen und zu fördern. Insbesondere bei einer krisenhaften Zuspitzung der Problematik in der Familie und in der Schule ist die medikamentöse Therapie (z.B. mit Methylphenidat) als zeitlich begrenzte Maßnahme sinnvoll, um andere therapeutische Schritte, z.B. Ergotherapie, aber auch die Modifikation von Verhalten überhaupt erst zu ermöglichen.
Die Medikamente sind rein symptomatisch wirksam (verbesserte Aufmerksamkeits- leistung; Abnahme der ziellosen Aktivitäten und Unruhe, Verbesserung in der Organisation von Verhalten).


WAS BEWIRKT ERGOTHERAPIE BEI KINDERN MIT AD/HS

Der Einsatz des Heilmittels Ergotherapie erfolgt auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung, in dem hier angesprochen Rahmen durch Kinderärzte und Kinder- und Jugendpsychiater. Kostenträger der in der ambulanten ergotherapeutischen Praxis durchgeführten Behandlung sind die gesetzlichen und privaten Krankenkassen.
Ergotherapeuten sehen das Kind unter dem Aspekt seiner Alltagsbewältigung. Sie wollen auf der Basis der zuvor gestellten ärztlichen Diagnose die Schwierigkeiten des Kindes im Elternhaus, Kindergarten bzw. Schule erkennen und in Bezug zu den Ursachen und dem Lebenskontext des Kindes stellen.

Die Aufgabe der Ergotherapie besteht also darin, das Kind in seiner Handlungsfähigkeit so zu unterstützen, dass es in der Lage ist, im Alltag situations- entsprechend und angemessen tätig zu sein und situationsgerecht zu handeln.
Das umfasst vor allem die Organisation, Strukturierung und Entwicklung von Handlungsplanung und -ausführung. Ergotherapie versteht sich seit jeher als eine Selbstmanagement-Therapie, und wird in diesem Sinne auch erfolgreich in der Behandlung von Kindern mit AD/HS angewandt.

Anhand sinnvoller und zielgerichteter Tätigkeiten im gestalterischen, motorischen, spielerischen und handlungsorientierten Bereich kann das Kind planvolle Handlungs- schritte selbsttätig organisieren lernen und in den häuslichen Alltag übertragen.

Hierbei werden verhaltenstherapeutische Elemente in die Behandlung eingebunden: materielle ("Sternchen", "Smilys", "Ziehleiste" nach Jansen, Eintauschverstärker) und soziale Verstärker (positive Zuwendung) werden als Mittel zur Verhaltensteuerung, Konzentration und zielbezogenem Arbeiten eingesetzt.

Mit Hilfe von speziell für Patienten mit AD/HS entwickelten Therapieprogrammen werden die Kinder dazu angeleitet, ihre inneren Erregungs- und Spannungszustände erkennen und positiv beeinflussen zu können. Dabei werden bereits vorhandene Strategien des Kindes genutzt, ihm bewusst gemacht und neue geeignete Verhaltensstrategien erarbeitet.

Eventuell zusätzliche Probleme des Kindes, wie z. B. fein- oder grobmotorische Störungen oder Dysfunktionen in der sensorischen Integration werden innerhalb des ergotherapeutischen Konzeptes in die Behandlung einbezogen.

Weitere ergotherapeutische Ziele sind:

  • Steigerung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens
  • Förderung von Motivation und Antrieb ("Ich habe Lust etwas zu machen, etwas mit Holz oder Seidenmalerei würde mich interessieren.")
  • Erleben von Selbstwirksamkeit (das Kind bemerkt: "Nicht alles was ich anfange misslingt! Mit den richtigen Bedingungen, wie z. B. einem strukturierten Arbeitsplatz, kann ich ebenso ein Werkstück gestalten, wie die anderen Kinder.")
  • Verbesserung der sozialen Kompetenzen ("Ich kann auch mit anderen Kindern zusammenarbeiten und etwas Gemeinsames erschaffen.")
  • Verbesserung instrumenteller Fertigkeiten und manueller Fähigkeiten ("Ich kann mich besser konzentrieren und ich weiß, wie ich meinen Plan umsetzen kann. Ohne mich zu verletzen, kann ich mit Werkzeugen umgehen.")

Ergotherapie schafft ein Umfeld mit klaren Rahmenbedingungen, das die besonderen Verhaltensweisen dieser Kinder berücksichtigt, in dem sie sich orientieren und lernen können. Die Therapie findet in der Regel als Einzeltherapie statt, bei besonderer Zielsetzung gegebenenfalls auch in Kleingruppen.
Durch die parallel zur Behandlung mit dem Kind durchgeführten, intensiven Eltern- beratungen, werden die Bezugspersonen des Kindes angeleitet, das Kind in seinen bereits vorhandenen Fähigkeiten zu unterstützen und den Alltag entsprechend zu strukturieren. Hierbei geht es insbesondere darum, die in der Ergotherapie gelernten Strategien des Kindes zur Selbststeuerung und Selbstregulierung in das häusliche Umfeld zu übertragen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Eltern und anderen Familien- angehörigen, Ergotherapeuten, Schule oder Kindergarten dem behandelnden Arzt und/oder dem zuständigen Psychologen ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie und gehört in das multimodale Behandlungskonzept.

Die Rolle der Ergotherapie im multimodalen Behandlungskonzept kann als Förderung der alltäglichen Fähigkeiten und Fertigkeiten im bezugsorientierten Rahmen beschrieben werden. Das Ziel ist die Erweiterung der Handlungskompetenz der betroffenen Kinder im Alltag (zuhause, Schule, Kindergarten, Freizeit, im Sozialverhalten).

Quelle: Info "Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen (ADS/ADHS)" DVE

rechts_content